Mein Ostfriesland – Tagestour nach Borkum

Warum kennt man eigentlich das, was direkt vor der Haustür liegt, am wenigsten? Ich bin in Emden aufgewachsen, wohne mittlerweile am Rande des Ruhrgebiets. Nach 20 Jahren habe ich mich mal wieder auf den Weg nach Borkum gemacht. Und war total überrascht!

Borkum Promenade Strand Nordbad

Gemütliche Überfahrt nach Borkum

In der Hochsaison sind die Unterkünfte auf Borkum sehr gefragt, daher habe ich erstmal eine Tagestour unternommen. Die Fähre legt um 8 Uhr morgens in Emden am Außenhafen ab, zurück geht es dann um 16.30 Uhr ab dem Inselbahnhof Borkum. So haben Tagesausflügler gute sechs Stunden auf der Insel.

Ich habe mich ein paar Tage in der Heimat einquartiert und bin morgens früh mit dem Rad zum Außenhafen gefahren. Das Wetter war perfekt, es gab strahlenden Sonnenschein. So war ich nicht die einzige, die früh morgens noch schnell ein Tagesticket für mich und mein Rad lösen wollte.

Borkum Emden Fähre AG Ems Ostfriesland

Pünktlich um 8 Uhr ertönt das Schiffshorn und die „Ostfriesland“ legt ab. Knapp zwei Stunden braucht die Fähre der AG Ems bis nach Borkum. In der Ferne sehe ich den Leuchtturm von Campen, auf der anderen Seite der Ems liegen schon die Niederlande.

Oben auf dem Sonnendeck gibt es den Klabautermann, einen kleinen Raum mit Snack- und Kaffeeautomat. Praktisch!

Natur pur im Osten der Insel

Nach zwei Stunden haben wir Borkum erreicht und während die Fußgänger zur Inselbahn laufen, rolle ich mit dem Rad schon in Richtung Osten. Der Radweg führt immer am Deich entlang durch die typische Insellandschaft.

Borkum Insel Hagebutte

An der Straße blühen die Hagebutten und duften so herrlich, auf den Weiden stehen braune Kühe und ein paar Ziegen.

Borkum Rad

Leider hat es sich bezogen, der Himmel ist grau. Ich ziehe die Jacke an und radele weiter bis zur Sternklipp-Aussichtsdüne. Ich schließe das Fahrrad an einem der zahlreichen Fahrradständer an und erklimme die Düne über die Treppe. Weiter im Osten liegt noch ein Strand, der aber nur zu Fuß erreichbar ist. Da ich wenig Zeit habe, radele ich weiter gen Norden.

Endlich am Strand

Mein nächster Stopp ist das Dünenbudje, ein kultiges Ausflugsziel in den Dünen am Nordstrand. Hier spaziere ich das erste Mal an den Strand bis zum Wasser.

Borkum Insel Dünenbudje

Es ist Ebbe, der Weg ist weit! Endlich wird der Sand fest und wellig, hier gibt es Muscheln und Krebse. Und das Beste: Den Nordstrand habe ich fast ganz für mich allein, obwohl jetzt endlich die Sonne hervorkommt.

Borkum Insel Strand

Für eine Einkehr ins Dünenbudje ist es noch zu früh, dort gibt es kleine Gerichte wie Milchreis oder Matjes auf Schwarzbrot, Folienkartoffeln und Fischbrötchen.

Frischen Fisch genießen

Der Weg führt mich jetzt zum Inselflughafen. Vor dem kleinen Gebäude gibt es einen Spielplatz für Kinder und viele Bänke für alle anderen, um den kleinen Fliegern beim Starten und Landen zuzuschauen. Ich nehme Platz und wohne dem Spektakel bei. Ein Pilot in Uniform begleitet zwei Gäste zum winzigen Flugzeug, ein anderer trägt das Gepäck. In nur wenigen Minuten ist der Flieger beladen und rollt davon.

Borkum Byls Fisshus Insel Fisch Nordsee Scholle

Jetzt habe ich Hunger auf Fisch. Mir wurde ein Mittagessen bei Byl’s Fisshus empfohlen und so kehre ich in die etwas bessere Fischbude ein. Das Fisshus ist als Fischgeschäft weit über die Inselgrenzen hinaus bekannt. Ich bestelle frische Kutterscholle aus der Nordsee und setze mich auf die sonnige Terrasse.

Borkum-Stadt – Tolle Promenade mit Ausblick

Zum Schluss geht es noch in die Hauptstadt der Insel, nach Borkum Stadt. Früher lebten Walfänger hier und das ist noch heute erkennbar. Am alten Leuchturm befindet sich ein Friedhof mit vielen Totenköpfen auf den Denkmälern, sie erinnern an die mutigen Seemänner.

Borkum Leuchtturm Friedhof Piraten Walfänger

Hier gibt es auch Straßen, in denen die Gartenzäune aus Walfischknochen gestaltet sind. Sie haben allerdings die besten Jahre gesehen.

Borkum Walknochenzaun Walknochen

Von hier spaziere ich in das Zentrum rund um den neuen Leuchtturm, den man auch besteigen kann. Rund 300 Stufen führen hinauf, der Ausblick muss fantastisch sein. Da ich schon bald zurück muss, gehe ich lieber zum Strand und bin begeistert!

Borkum Leuchtturm

Ich blicke von der Promenade auf den Strand mit seinen unzähligen Strandkörben, die hier oftmals bunt-weiß gestreift sind. Weiter hinten erstreckt sich die lange Sandbank des Borkumriffs, die die Brandung abhält und somit für familienfreundliches Baden sorgen. Und wer sonnt sich in der Ferne? Ein riesiges Rudel an Seehunden – toll!!

Borkum Promenade Strand Nordbad Sonne

Die Promenade ist perfekt zum Flanieren. Da sind die Wandelhalle und der Pavillon, aus dem täglich Musik schallt, wenn Live-Bands dort spielen. Außerdem locken jede Menge Cafés und Bars, von denen man ganz sicher wunderschöne Sonnenuntergänge erleben kann. Doch leider bin ich ja am Abend schon wieder zurück.

Tagesausflug mit dem Fahrrad nach Borkum

Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich nach dem Milchshake zum Inselbahnhof radeln muss. Von hier fährt die Borkumer Kleinbahn die sieben Kilometer zum Hafen, für Räder, Kinderwagen und Rollstühle gibt es einen eigenen Waggon.

Borkum Inselbahn

Wir ruckeln gemütlich durch den Ort zum Hafen und ich schiebe mein Fahrrad auf das Autodeck. Die Sonne scheint immer noch und ich suche mir ein windgeschütztes Plätzchen auf dem Sonnendeck. Schon bald sind die Kräne des Emder Hafens wieder in Sicht und ein herrlicher Inseltag geht zu Ende.

Meine Reiseführer-Tipps für Borkum:

© Mairdumont

DuMont Reise-Taschenbuch Ostfriesische Inseln & Nordseeküste
Auf knapp 300 Seiten stellt das Reise-Taschenbuch Ostfriesische Inseln & Nordseeküste alle sehenswerten Orte und Ausflugsziele der Region vor, auch Borkum hat sein ganz eigenes Kapitel.

Neben den wichtigsten Highlights, den schönsten Stränden und den besten Restaurants gibt es einen Rundgang auf den Spuren der Walfänger und Radfahr-Tipps für die ganze Insel.

 

 

© emons Verlag

111 Orte in Ostfriesland, die man gesehen haben muss

Der neue Entdeckungsführer 111 Orte in Ostfriesland, die man gesehen haben muss,  führt an orte abseits ausgetretener Pfade. Auch für Borkum gibt es Tipps, wie das Dykhus, ein traditionelles Gulfhaus auf einer Warft, das heute ein Heimatmuseum ist. Oder die Kleine Borkumer Eiskonditorei mit ihrem preisgekrönten Weltmeistereis.

Dazu gibt es noch eine Fülle weiterer Tipps für Ostfriesland von Aurich bis Wremen. Ein toller Reiseführer, um die Region mal etwas anders zu entdecken (auch für Einheimische).

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6 Comments

  • Bei den Bildern werden Erinnerungen wach, wir haben früher auch mit den Kindern Urlaub auf Borkum gemacht. Schöne Insel und sicherlich wieder mal eine Reise wert…

    • Liebe Marion, ganz lieben Dank für Deinen Kommentar! Ja, Borkum ist wirklich immer eine Reise wert – ich kann es Dir nur empfehlen. Während es im Sommer relativ voll ist, kann man hier im Herbst herrlich entspannen. Liebe Grüße, Brigitte

  • Hallo und Moin! Gaaaaanz herzlichen Dank für Deine ultranette Besprechung bzw. Erwähnung meines 111er-Buches Ostfriesland. Vielleicht begegnet man sich ja mal irgendwo auf der Welt. Schöne Grüße aus (derzeit) Hamburg!

  • Oh, Borkum, wie schön, das weckt bei mir jede Menge Kindheitserinnerungen, denn ich bin mit meinen Eltern jeden Sommer für drei Wochen dort hingefahren. Damals habe ich das allerdings gehasst, weil ich gerne auch mal woanders hinwollte und habe nie verstanden, warum wir nicht auch mal nach Mallorca fahren, wie jede normale Familie. 😉 Wollten meine Eltern aber absolut nicht.

    Mittlerweile liegt mein letzter Borkumurlaub schon über 30 Jahre zurück – muss ich unbedingt bald mal wieder hin.

    VG, Anneli

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