„Geheimtipp“ Kurzurlaub in Bremerhaven

Alte Hansekoggen, große Segler und sogar ein U-Boot warten in Bremerhaven auf mich. Zum zweiten Mal lockt das SeeStadtFest – dieses Jahr kamen über 280.000 Besucher! Ich durfte ebenfalls dabei sein und habe Euch eine Menge an Tipps für die große Stadt an der Wesermündung mitgebracht.

Bremerhaven Havenwelten Sail City


Meine Highlights in Bremerhaven:

♥ Auswanderermuseum – Auf nach Übersee
♥ Fahrt mit dem Hafenbus
♥ Fisch essen bei Fiedlers


Los geht die Reise mit einem meiner persönlichen Highlights – der Fahrt mit dem Hafenbus. Bei dem herrlichen Sommerwetter war es ganz angenehm, am „Schaufenster Fischereihafen“ in den kühlen Bus zu steigen. Zwei Stunden sollte es jetzt quer durch die Stadt und durch den großen Freihafen gehen.

Mit dem Hafenbus unterwegs

Mit an Bord ist Gästeführerin Maren Watzkat. Sie verrät uns eine Menge über die Stadt und beginnt damit, dass es Bremerhaven eigentlich nur gibt, weil Bremen vor 200 Jahren ein großes Problem hatte. Die Hansestadt lebte vom Seehandel, der Hafen versandete jedoch und große Schiffe machten plötzlich einen Bogen um Bremen. Kurzerhand wurde dem damaligen Königreich Hannover Land abgekauft und 1827 Bremerhaven gegründet.

Bremerhaven Havenwelten mit Klimahaus und Sail City

Draußen ziehen derweil die Havenwelten vorbei. Das Erlebnisareal entstand im Laufe der letzten Jahrzehnte und lockt heute mit tollen Museen an den alten Häfen hinter der Weserdeichpromenade. Doch dazu später mehr.

Keine Fotos im Freihafen

Wenige Minuten später biegt der große Hafenbus in den Freihafen ein. Der Fahrer winkt, das Tor öffnet sich und wir kurven über private Betriebsgelände. Fotografieren ist leider verboten. Bremerhaven war früher das Eingangstor für Südfrüchte, heute werden mehr als 2,5 Millionen Autos pro Jahr umgeschlagen, die 50 Containerbrücken können 15 Schiffe gleichzeitig be- und entladen. Nur kurz parkt der Bus am Ende der langen Reihe der Brücken und ich schaue dem bunten Treiben zu.

Bremerhaven Containerbrücken

Hier schnappt sich ein hochbeiniger Van-Carrier einen Container und bringt ihn zur passenden Container-Brücke. Dort übernimmt der Mann auf der Brücke und hievt das „Gepäck“ an Bord. Inzwischen wartet schon der nächste Van-Carrier mit dem nächsten Container.

Wenig weiter wird Stückgut verladen. Da stehen silberne Airstream-Wohnwagen, dort warten schwere Mähdrescher und tausende, frisch produzierte Autos auf den nächsten Dampfer. Maren Watzkat verrät, dass Bremerhaven über den größten, zusammenhängenden Container-Terminal der Welt verfügt! Wir drehen noch eine Runde über das nächste Betriebsgelände, bevor der Hafenbus wieder Richtung City fährt. Ich steige direkt am Erlebnisareal „Havenwelten“ aus und stürze mich ins Getümmel.

Action auf dem SeeStadtFest Bremerhaven

Im Alten Hafen liegen die Museumsschiffe – wie immer. Dazu gehört der Restaurant-Großsegler „Seute Deern“ und das U-Boot Wilhelm Bauer (ein Besuch lohnt sich!). Wenig weiter im Neuen Hafen haben zum SeeStadtFest zahlreiche weitere Schiffe festgemacht. Ich sehe bekannte Windjammer wie die Mir, klassische Hansekoggen, aber auch Patrouillenboote, Forschungskutter und Baggerschiffe. Sie können beim „Open Ship“ besichtigt werden.

05 Bremerhaven Havenwelten mit Klimahaus und U-Boot Museum

Dazu gibt es ein tolles Rahmenprogramm. Zu den Highlights zählen die unzähligen Bands, die an allen Tagen bis Mitternacht gespielt haben, Samstagabend zum Höhenfeuerwerk war der Weserdeich voller Menschen. Das SeeStadtFest findet nicht nur an der Weser, sondern auch in der City statt. Morgens treffen sich schon die Oldtimer in der Fußgängerzone, witzig war das Lastenradrennen, mit reichlich Genuss aus aller Welt wartete das Streedfoodfestival mit 25 Ständen auf.

Bremerhaven – Das ganze Jahr über einen Besuch wert

Wenn gerade weder die alle fünf Jahre stattfindende SAIL (die nächste ist 2020) noch das schon fast etablierte SeeStadtFest ausgerichtet werden, ist es etwas ruhiger in Bremerhaven. Aber nicht weniger interessant, denn es locken wirklich sehenswerte Museen.

Einen spannenden Blick in die Vergangenheit ermöglicht das Auswandererhaus. Für mehr als sieben Millionen Menschen begann in Bremerhaven an der Kaje der Tränen die große Reise und mit der Eintrittskarte zum Museum erhält jeder Besucher eine dieser Biographien. Auch ich besteige als Emigrant das riesige Schiff, winke den Daheimgebliebenen ein letztes Mal zu und muss mich nach der schaukelnden Überfahrt der Einreiseprozedur auf Ellis Island in New York unterziehen.

Bremerhaven Auswandererhaus

Am Ende der Tour wartet ein neues Gebäude, es widmet sich der Einwanderung nach Deutschland. Hier bekomme ich an einem Zeitungskiosk eine neue Identität und spaziere durch das Deutschland der 1970er Jahre. Mit Frisör, Reisebüro, Café und Kino. Besonders spannend: In einem extra Raum kann ich in riesigen Datenbanken nach Vorfahren suchen, die ausgewandert sind.

Wenig weiter ermöglicht das Klimahaus 8° Ost eine Reise um die Welt in zwei bis drei Stunden. Immer entlang des achten östlichen Längengrades, der auch durch Bremerhaven verläuft, erlebe ich hautnah, wie die Menschen in der trockenen Sahelzone oder in der Eiskälte der Antarktis leben und wie der Klimawandel die Erde verändert.

Bremerhaven Klimahaus

Tropisch heiß ist es auf Samoa, am Gletscher muss ich schnell die Jacke überziehen – die Räume sind gut gekühlt! Eine Fahrt in die sechste Etage lohnt sich: Hier lockt die Dachterrasse mit einem weiten Blick über Hafenbecken und Weser bis zur Nordsee.

Von Pinguinen und alten Hansekoggen – Vielfalt an der Weser

Die Havenwelten haben aber noch mehr zu bieten: Der Zoo am Meer beheimatet Tiere des Nordens und des Wassers, durch große Glasscheiben können tauchende Eisbären und Pinguine beobachtet werden. Im Deutschen Schifffahrtsmuseum liegen Oldtimer der Museumsflotte wie das U-Boot „Wilhelm Bauer“ oder die letzte, erhaltene Hansekogge vor Anker.

Bremerhaven Technikmuseum Uboot

Hunderte Schiffsmodelle zeigen Segler aus der Kolonialzeit und aktuelle Ozeanriesen in Miniaturform. Tipp: Das angegliederte Panoramacafé Weserblick macht seinem Namen alle Ehre. Und wer shoppen gehen möchte, kann dies auch bei Regen im Einkaufszentrum Mediterraneo unter Palmen tun.

Bremerhaven Havenwelten mit Mediterraneo und Sail City (c) Thomas Sbikowski

Tipp für frischen Fisch:

Am Startpunkt der Hafenbus-Tour am „Schaufenster Fischereihafen“ dreht sich alles um den Fisch. In der ehemaligen Fischpackhalle liegen gemütliche Hafenkneipen und Restaurants Tür an Tür. Ich habe eine große Scholle im Restaurant Fiedler probiert und kann diese nur weiterempfehlen!

Bremerhaven Schaufenster Fischereihafen Restaurant Fiedler - Scholle

Mehr Informationen zu Bremerhaven gibt es bei Erlebnis_Bremerhaven.

Falls Du eine stadtnah gelegene Unterkunft suchst, kann ich Dir die Villa Seebeck empfehlen. Hier gibt es Ferienwohnungen zum Teil mit Blick auf die Geeste. Mit Küche, neuem Bad, Sitzecke und viel Platz!

 

Hinweis: Der Aufenthalt wurde von Bremerhaven Erleben unterstützt. Der Bericht stellt ausschließlich unsere eigene Meinung dar.

Bremerhaven hat mich absolut überrascht! Wie haben dir die Eindrücke gefallen? Wäre die Seestadt auch etwas für Dich?

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6 Comments

  • Moin liebe Brigitte Bonder,
    herzlichen Dank für die schöne Umsetzung Ihrer Bremerhaven-Erlebnisse. Wir sind sehr dankbar, dass Sie sich die Zeit für das Seestadtfest und die touristischen Seiten unserer Stadt genommen haben. Dass wir Sie positiv überraschen konnten, freut uns sehr. „Bremerhaven – mehr als Du denkst“ ist unser aktueller Claim und wie man sieht: er ist wahr. 🙂
    Alles Liebe und viele schöne Erlebnisse auf Ihren Reisen auch weiterhin!
    Dörte Behrmann
    Pressereferentin Erlebnis Bremerhaven GmbH

  • Ich war auch zum Seestadtfest da, zum ersten Mal und war auch im Auswandererhaus. Wirklich cool! Aber von der Hafenbustour wusste ich nichts, die merke ich mir für das nächste Mal. LG Sabine

    • Wie schön!! Das Fest war total klasse, oder? Die Hafenbustour sollte man unbedingt mal gemacht haben – der Hafen ist wirklich beeindruckend und mit dem großen Bus zwischen den Containern herumzufahren ist echt spannend. Wirklich schade, dass man nicht aussteigen und fotografieren darf. Ist aber ja auch klar… Lg, Brigitte

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