Romantische Pferdeschlittenfahrt durchs Schwarzleotal

Die Äste der großen Tannen ächzen unter hohen Schneehauben, ein dicker weißer Teppich überzieht die Landschaft. Lange Eiszapfen hängen an den vereinzelten Holzhütten, von den Dächern rutschen kleine Schneelawinen herab. Im verträumten Schwarzleotal bei Leogang im Salzburger Land hat der Winter schon Einzug gehalten. Kleine Glöckchen unterbrechen die Stille, denn die österreichischen Kaltblüter Micki und Moritz traben den schmalen Weg am Bach entlang. Sie ziehen den großen Pferdeschlitten leise schnaubend den Weg zur Knappenstube hinauf.

Schwarzleotal_Pferde

Im österreichischen Leogang ist es wieder soweit: Ich erfülle mir mit der romantischen Pferdeschlittenfahrt einen weiteren Reisetraum. Am Taleingang treffe ich Hermann Mitterlechner und seine Kaltblüter und darf direkt vorn auf dem Kutschbock Platz nehmen. Hinten kuschelt sich ein Pärchen bei der klirrenden Kälte eng aneinander. Der Hobby-Kutscher züchtet die Pinzgauer Pferderasse und kutschiert gelegentlich sogar Prominente herum, zum Beispiel Patrick Lindner. „Seine Mutter hatte Geburtstag und da sollte es schon etwas Besonderes sein“, verrät mir Hermann und nimmt die Zügel auf. Eifrig stapfen Micki und Moritz durch den frisch gefallenen Schnee und ziehen uns eine gute halbe Stunde bis zur urigen Knappenstube.

Schwarzleotal_Beitragsbild

„Auf der anderen Seite des Berges im bekannteren Saalbach gibt es viele Kutschen, aber die Fahrt durch das Schwarzleotal ist an Romantik nicht zu überbieten“, weiß Hermann Mitterlechner. Als die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird mir auf dem Kutschbock unter der rotweiß-karierten Pferdedecke so langsam kalt. „Jetzt hat es etwa minus 15 Grad“, fühlt Hermann, der die Temperaturen scheinbar gewöhnt ist und ohne Handschuhe fährt. Für die zitternden Gäste packt er eine Flasche Obstler aus. Der ist mild und wärmt von innen. „Heute Abend fahre ich eine Fußballmannschaft zur Knappenstube, da hält der Selbstgebrannte sicherlich nicht so lang vor“, lacht er und stoppt die Kutsche. Das Ziel ist erreicht.

Schwarzleotal_Pferde_füttern

Leicht verfroren verfüttere ich meine mitgebrachten Äpfel an Micki und Moritz und stapfe durch den tiefen Schnee zur Knappenstube. Heimelige Wärme strömt mir entgegen, der Kachelofen heizt die kleine Hütte ordentlich ein. Tourenskifahrer und Einheimische rutschen zusammen, um Hermann und mir noch einen Platz zu bieten. An den mit Holz verkleideten Wänden hängen Stoffdecken mit gestickten Sprüchen, unzählige Bierkrüge stehen auf schmalen Regalen. In einem kleinen separaten Raum hängen Hexen auf Besen reitend von der Decke herab.

„Die habe ich alle geschenkt bekommen“, freut sich Pächterin Heidi Pichler, im Ort besser als Grabenhexe bekannt. Sie findet ihren Namen lustig und stellt einige Gläser „Heiße Hexe“ auf den Tisch. Eine Sahnehaube mit Zimt thront auf dem heißen Pflaumenlikör. Aber auch selbstgebackenen Kuchen, hausgemachte Kasnockn oder Wildgerichte gibt es hier.

Gestärkt und gewärmt kehren wir zurück zu den Pferden, die brav und dick eingedeckt vor der Hütte gewartet haben. Sie freuen sich sichtlich, wieder zum warmen Stall zurück zu traben. In flotter Fahrt geht es zurück nach Leogang, Hermann bringt mich direkt zum Hotel zurück.

Weitere Informationen:

Saalfelden Leogang Touristik GmbH
Bahnhofstrasse 10
A-5760 Saalfelden
Internet: www.leogang-saalfelden.at
 
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