Frostige Romantik im Iglu

Minus zehn Grad, mindestens ein Meter Neuschnee – wie warm wird wohl die Nacht in unserem neuen Hotel? Bei strahlendem Sonnenschein stapfen wir durch das glitzernde Weiß auf unsere angeblich romantische Bleibe zu. Am Fuße der Drei-Seen-Bahn in Kühtai ragen meterhohe Schneehügel zwischen Loipen und Pisten hinauf. Doch was nach einem Schneevorrat für das Frühjahr aussieht, bietet mindestens zwölf Paaren eine eisige Übernachtungsmöglichkeit auf über 2.000 Metern Höhe im Innsbrucker Land. Und heute auch uns.

Iglu_Beitragsbild

In der großen Iglu-Bar checken wir in das Iglu-Village Kühtai ein und werden mit einem heißen Tee begrüßt. Der Boden ist mit wärmenden Holzschnitzeln ausgelegt, ein Bildhauer hat verschiedene Figuren in die Wände gemeißelt.

Iglu_Anmeldung

In jedem Iglu gibt es ein anderes Bild, wir bekommen heute das Teddy-Iglu mit Herzchen. Schließlich wird es ja eine Romantik-Übernachtung.

Iglu_Baer

Doch vorher gibt es jede Menge Tipps für die kalte Nacht. Drinnen herrschen konstant null Grad und alles, was man am nächsten Morgen anziehen möchte, kommt mit in den Schlafsack. „Auch Handy oder Kontaktlinsen kommen mit ins Bett“, erklärt uns Philipp Walschebauer, der alljährlich das Igludorf organisiert. Doch bis es soweit ist, stehen noch wärmende Aktivitäten auf dem Programm – schließlich ist das Iglu nicht so bequem wie ein Hotelzimmer.

Iglu_Eisstockschiessen

So geht es mit Sandra Wendt zum Eisstockschießen auf die Natureisbahn vom Jagdschloss Kühtai. Die gebürtige Darmstädterin studiert im nahe gelegenen Innsbruck und arbeitet seit Jahren im Iglu-Dorf. Wir leihen uns drei Eisstöcke aus und der Eisbahnwärter spielt den Schiedsrichter. Am Ende zählt der Spaß! „Sonst bin ich immer nur Schiedsrichter“, entschuldigt Sandra schmunzelnd ihren dritten Platz in unserem kleinen Wettkampf und löst ihre Wettschulden in Form eines Tiroler Zirbenschnapses in der Iglu-Bar ein.

Nach einem Käsefondue im Restaurant-Iglu bei null Grad bringen wir unseren Kreislauf wieder in Schwung. Mit Schneeschuhen wandern wir bei sternklarem Himmel durch den lichten Zirbenwald hinauf zur Graf-Ferdinand-Almhütte. Mittlerweile sind die Temperaturen auf minus zehn Grad gesunken, doch nach 250 Höhenmetern im Tiefschnee ist uns sehr warm geworden. Oben warten bereits klassische Holzschlitten auf uns und über die zweieinhalb Kilometer lange, beleuchtete Rodelstrecke rasen wir wieder bergab – bis direkt vors Iglu.

Jetzt wird’s wirklich kalt. Nach dem Zähneputzen in den wohl temperierten Waschräumen des Sportplatzes beziehen wir unser Iglu. Hier brennen bereits einige Teelichter und beleuchten den riesigen Schnee-Teddy, den der Architekt in die Wand des Iglus gemeißelt hat. Schnell schlüpfen wir in Skiunterwäsche in einen wärmenden Vlies, dann in den Schlafsack. Das erste Mal trage ich sogar eine Mütze in der Nacht und schlafe tief und fest bis zum nächsten Morgen – nicht zuletzt dank frischer Höhenluft.

Iglu_Bergsicht

Am nächsten Morgen sind trotzdem alle früh auf, ab acht Uhr wird in der Iglu-Bar ausgecheckt. „Habt ihr gut geschlafen?“ Philipp blickt neugierig in die gut durchbluteten Gesichter seiner Gäste. Gemeinsames Nicken. Im Hotel nebenan beim Frühstück fühle ich mich bei 20 Grad Raumtemperatur plötzlich wie in der Sauna und bin froh, am Vormittag wieder bei Minusgraden auf der Piste zu stehen.

Weitere Informationen:
Kühtai gehört zu den Innsbrucker Feriendörfern, nähere Informationen gibt es bei Innsbruck Tourismus.
Tourismusbüro Kühtai
A-6183 Kühtai
Internet: www.innsbruck.info/kuehtai

 Buchung und Anfragen ganzjährig bei:

Iglu Village – Kühtai
Philipp Walschebauer
Internet: www.iglu-village.at

 

Hinweis: Diese Reise wurde unterstützt von Innsbruck Tourismus. Der Bericht stellt ausschließlich unsere eigene Meinung dar.

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