Mittelkärnten – Kurzurlaub um Burgbau, Bier und Bilderbuchstädtchen

Hast Du schon mal von Mittelkärnten gehört? Ich war zwar schon in der Steiermark und am Wörthersee, doch die Region dazwischen kannte ich bisher noch nicht. Da habe ich etwas verpasst! Denn Mittelkärnten lockt mit interessanten Sehenswürdigkeiten und Genusshandwerkern, die auf dem „Marktplatz Mittelkärnten“ Bier, Knabberkerne oder Wein aus Steillagen anbieten. Hier kommen meine Tipps für einen Kurzurlaub in Mittelkärnten.

Mittelkärnten Hauptplatz Friesach

Kurzurlaub Mittelkärnten Tag 1:

Am ersten Tag checke ich am frühen Abend in das neu renovierte Hotel „Das Salvator“ von Iris Porsche in St. Salvator ein.

Hier ist der Name Programm, denn im Haus erwartet den Gast neben großzügigen Zimmern auch eine wirklich sehenswerte Autosammlung von Gerhard Porsche. Während sich die Ausstellung im Hotel selbst um Oldtimer und historische Motorräder dreht, gibt es auf der anderen Straßenseite ein Museum mit Rennwagen aus verschiedenen Jahrzehnten – alle gesammelt von Gerhard Porsche.

Auch Wellness kommt nicht zu kurz! Im Untergeschoss des Hotels gibt es eine überraschend große Saunalandschaft mit Finnischer Sauna, Kräutersauna, Dampfbad und Infrarotkabine, sowie einem Whirlpool in einem überdimensional großen Holzfass. Besonders schön ist der Erlebnisduschweg. Hier sorgen verschiedene Duscherlebnisse von Nebel über Landregen für Abkühlung.

Das Salvator Wellness Mittelkärnten

Abends möchte ich gleich die berühmten Kärntner Nudeln probieren und fahre ins nahe gelegene Örtchen Friesach in die Villa Bucher. Das Restaurant ist seit Generationen in Familienbesitz und bietet neben einigen Hotelzimmern auch eine sehr gute Küche. Zu den Klassikern zählt die Kärntner Nudel. Traditionell ist sie mit Topfen (Quark), Erdäpfeln (Kartoffeln) sowie einer speziellen Minze gefüllt. Es gibt aber auch Varianten mit Steinpilzen, Spinat oder süße Füllungen.

Besonders nett: Nach dem Essen zeigt uns der Hausherr noch die historische Villa und lädt in den kleinen Weinkeller ein.

Kurzurlaub Mittelkärnten Tag 2:

Heute steht die hübsche Miniaturstadt Friesach auf dem Programm. Ich treffe mich mit Stadtführerin Helga Steger auf dem malerischen Hauptplatz und sie zeigt mir die Highlights des kleinen, von Burgen überragten Ortes.

Mittelkärnten Friesach Helga Steger
„Einzigartig ist der 820 Meter lange Stadtgraben, der entlang der gut erhaltenen Stadtmauer verläuft“, erklärt Helga Steger und zeigt auf die Bäckertaufe. „In diesem Käfig wurden damals Bäcker in den Graben getaucht, wenn ihre Brote zu klein waren.“ Wenig weiter dreht sich Kunst im Stadtgraben. Das „Rad der Fortuna“ symbolisiert den Weg des Lebens.

Mittelkärnten Kunstwerk im Stadtgraben Friesach Rad Fortuna

Blicke in die Dominikaner- und die Stadtkirche lohnen sich, im alten Getreidespeicher hat die sympathische Isabella Marx vor kurzem ein spannendes Museum über den alten Beruf des Wachsziehers und Lebzelters eröffnet. Außerdem kann man bei ihr auf Vorbestellung die typischen Kärntner Nudeln mit einer Füllung aus Erdäpfeln, Topfen und Minze verkosten. Die köstlichen Nudeln verspeise ich zum Mittag und stärke mich für den Burgbau am Nachmittag.

Mittelkärnten Friesach wachsstubn Cafe Wachszieher Lebzelter

Mittelalterlicher Burgbau in Friesach

Ein absolutes Highlight ist der Besuch des Erlebnisburgbaus Friesach. Seit 2009 wird am Rande von Friesach eine Höhenburg mit Handwerkswissen aus dem Mittelalter errichtet. Das Spannende: „Hier in der authentischen Zone sind nur mittelalterliche Werkzeuge erlaubt“, erklärt Gernot Schmidt, der interessierte Besucher über die Baustelle der Burg Siegfriedstein führt. An einzelnen Stationen schlagen Steinmetze Felsblöcke in Form, Zimmermänner schneiden Schindeln aus Lärchenholz und sägen Bretter aus ganzen Baumstämmen.

Mittelkärnten Friesach Burgbau

Oben am Berg steht ein bereits knapp zehn Meter hoher Wehrturm.

Friesach MIttelkärnten Burgbau

Am Nachmittag ist wieder Genuss angesagt. Denn am Hauptplatz in Friesach gibt es die beste Schokolade der Region. Hier fertigt die Familie Craigher seit rund zehn Jahren feine Schokoladentafeln in Handarbeit.

Mittelkärnten Friesach Craigher

Genau 55 Sorten von Kärntner Mostbirne über Vollmilch bis Malt-Whiskey gibt es in der seit 1914 bestehenden Bäckerei, die Geschichte der Schokolade können Besucher in der Erlebnismanufaktur direkt nebenan erleben. Hier darf man Schokolade verschiedenster Herkunft probieren und lernt mehr über den Herstellungsprozess von der Bohne bis zur Süßigkeit.

Kurzurlaub Tag 3:

Ich habe ja schon zu Beginn den Marktplatz Mittelkärnten erwähnt. Zu diesem Verein haben sich 46 Handwerker, Weinbauern, Bierbrauer und Betriebe aus den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und Landwirtschaft zusammengeschlossen. Sie vermarkten gemeinsam ihre Produkte aus Mittelkärnten.

Mittelkärnten Hirt Brauerei Niki Riegler

Einer von ihnen ist Niki Riegler, der in sechster Generation die Brauerei Hirt leitet. „Wir brauen Biere aus regionalen Rohstoffen mit dem Wasser eigener Quellen nach der Slow-Brewing Methode“, erklärt er mir. Das bedeutet, dass das Bier mindestens fünf Wochen reift. Dazu produziert die Hirt Brauerei saisonale Varianten, wie Bockbier im Mai, grünes Bier zum St. Patricks Day und herbstCULT zum Oktoberfest. Ganz neu ist das helle, sanft prickelnde Honigbier. Das gefällt mir übrigens am allerbesten und ich hoffe, dass es bald in Flaschen abgefüllt wird!

Auf dem Brauereigelände gibt es seit einigen Jahren einen schönen Shop, in dem auch Produkte anderer Mitglieder des Marktplatz Mittelkärnten verkauft werden. Ein leckeres Mitbringsel sind die Krappfelder Kürbiskernöle des Knappengut Schebarth. Die Familie baut seit Anfang der 1990er Jahre Ölkürbisse an. „Anfangs wurden wir belächelt“, blickt Franz Schebath zurück. Schließlich wurden damals die Kürbisse nur an Schweine verfüttert. „Heute sind unsere Snacks mit Ingwer-Geschmack oder Reindling-Kruste aus Hefeteig mit Zimt, Kakao und Rosinen sehr gefragt.“

Marktplatz MIttelkärnten Georg Lexer vom Weingut Karnburg

Als Weinliebhaber probiere ich natürlich die Rebsäfte vom Weingut Karnburg. Musiker Sem Kegley und Georg Lexer produzieren ganz in der Nähe des Wörthersees edle Tropfen auf den „Steps to Heaven“, einem Steilhang mit acht Kilometer neu angelegten Terrassen.

Schnell habe ich im Shop tolle Mitbringsel für die Lieben zuhause gefunden und mache mich noch auf den Weg zum Dom zu Gurk. Die Basilika zählt dank der geringen baulichen Veränderungen zu den bedeutenden romanischen Bauwerken in Europa und ist wirklich einen Abstecher wert. Sehenswert ist die Krypta mit 100 Säulen, die das Grab der Heiligen Hemma beherbergt.

Mittelkärnten Dom zu Gurk

 

Weitere Informationen gibt es bei der Tourismusregion Mittelkärnten.

 

Hinweis: Die Reise wurde vom Tourismusverband unterstützt. Der Bericht stellt ausschließlich unsere eigene Meinung dar.

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