Südafrikas „Rockstar“ – Ein Besuch bei Diemersfontein

Südafrika ist ein beliebtes Urlaubsziel der Deutschen – nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden Weine. Viele Reisende zieht es in die gut besuchten Orte Stellenbosch und Franschhoek, deutlich entspannter geht es rund um Paarl und Wellington zu. Und darüber freuen sich die Einheimischen. Sie betonen stolz, wie oft ihre Weine bei Preisverleihungen gegenüber den anderen Regionen schon die Nase vorn hatten.

Wir kannten die berühmte Pinotage von Diemersfontein bereits und wollten das Weingut auf unserer Südafrika-Rundreise kennenlernen. Es liegt in Wellington und ist nur eine Dreiviertelstunde von Kapstadt entfernt. Die Region lockt mit schönen Weingütern in kapholländischer Architektur und zahlreichen Wander- und Mountainbike-Wegen für Aktivurlauber. Sehenswert sind die historischen Pässe wie der Bain’s Kloof Pass, die herrliche Ausblicke ins Tal eröffnen. Wellington selbst ist umgeben von Obstplantagen, Weingütern und Olivenhainen. Die hier angesiedelten Baumschulen produzieren übrigens rund 85 Prozent der Rebstöcke für die gesamte Weinindustrie Südafrikas.

Ein Weingut mit Geschichte

Diemersfontein gehört bereits seit drei Generationen der Sonnenberg-Familie. „Mein Großvater hat die Farm in den 1940er Jahren gekauft“, blickt David Sonnenberg zurück. 30 Jahre später pflanzte sein Vater die ersten Reben an, im Jahr 2000 ließ David den Weinkeller bauen und startete die Weinproduktion. „Heute wachsen hier vielfältige Trauben von Shiraz, Pinotage, Cabernet, Sauvignon bis Merlot“, erzählt David. „Außerdem gibt es weniger bekannte Rebsorten wie Viognier, Barbera und Roobernet.“

Das weitläufige Weingut ist bei Ausflüglern aus der Region beliebt und bietet seinen Gästen verschiedene Unterkunftsmöglichkeiten, ein neu eröffnetes Restaurant, Weinverkostungen und sportliche Aktivitäten von Wandern bis Ausreiten.

Historisches Gästehaus

Auf dem Weingut gibt es 28 Gästezimmer. Die drei Landhäuser Bluegum, Thokozani Heaven’s Eye und Thokozani Summers Lease Cottage verfügen außerdem jeweils über eine eigene Küche, Lounge und Veranda und eignen sich perfekt für Selbstversorger.

Wir dürfen im wunderschönen, historischen Herrenhaus nächtigen. Über die große Veranda betreten wir die mit antiken Möbeln ausgestatteten Wohnräume. Der Holzboden knarzt gemütlich und wir richten uns in einem angenehm kühlen Zimmer mit Himmelbett, Schreibtisch, Kamin und riesigem Badezimmer ein. Die Familie Sonnenberg hat hier über Generationen gewohnt, jetzt haben sich Inhaber David und seine Frau Sue ein neues Haus auf dem Weingut gebaut.

Weinprobe mit Ausblick bei Diemersfontein

Wir ziehen zur Abkühlung ein paar Bahnen im großen Pool, der im weitläufigen Garten allen Übernachtungsgästen offen steht. Nach der Erfrischung spazieren wir zum Verkostungsraum hinüber, denn natürlich möchten wir die Weine näher kennen lernen. In Deutschland ist Diemersfontein besonders für seine Pinotage mit Kaffee-Schokoladen-Aroma bekannt. Dieser sogenannte „Rockstar“ wird einmal im Jahr beim legendären „Pinotage on Tap“ Festival gefeiert, bei dem der Wein aus Fässern gezapft wird und Live-Musik für Stimmung sorgt.

Diemersfontein-Ausblick Weinterasse

Bei herrlichem Spätsommerwetter suchen wir uns einen Platz auf der Terrasse. Joanne reicht uns die Weinliste. Auf einer Seite stehen die Diemersfontein-Weine, die von Sauvignon Blanc über Viognier bis Merlot, Shiraz und Pinotage reichen. Besonders gut schmeckt uns die Carpe Diem Pinotage aus der Premium-Linie des Weinguts.

Dazu gibt es die Thokozani-Weine. Thokozani bedeutet „Fest“ und in diesem Sinne wurde das Projekt 2007 ins Leben gerufen. David Sonnenberg gründete Thokozani mit 35 Mitarbeitern, die heute unter anderem eigene Weine produzieren und Gästehäuser auf dem Weingut betreiben.

Bei der Verkostung, die in der Übernachtung enthalten ist, dürfen wir vier verschiedene Weine aussuchen und probieren. Bei über 30 Grad schmecken mir die kühlen Weißweine am besten, doch auch die preisgekrönten Rotweine sollte man (leicht gekühlt) nicht verpassen.

Dann kommt David Sonnenberg mit einer Gruppe belgischer Weinfreunde vorbei. Wir schließen uns an und dürfen einen Blick in den Weinkeller werfen. Da gerade Erntezeit ist, herrscht hier Hochbetrieb – und da gibt es eine Menge zu sehen. Gerade werden Rotweintrauben in die Edelstahltanks gepumpt, da hält man doch lieber Abstand.

Snoek und andere Spezialitäten

Für den Abend ist für uns ein Tisch im neu eröffneten Restaurant „Aan Tafel“ reserviert. Auf der Speisekarte stehen typisch südafrikanische Spezialitäten wie Snoek, Bunny Chow und Roosterkoeke.

Wir entscheiden uns für Snoek. Der Barracuda-artige Raubfisch wird an der nahe gelegenen Westküste Südafrikas gefangen und ist bekannt für seine unzähligen Gräten. Das ändert jedoch nichts an dem feinen Geschmack des Fischs. Wer in der Region ist, sollte Snoek unbedingt probieren.

Hoch zu Ross durch die Weinberge

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück ist es eigentlich schon zu warm für lange Hosen und feste Schuhe. Die Sonne steht hoch am Himmel und wir spazieren über das Weingut hinunter zu den Stallungen von „Fynbos Horse Trails“. Dort empfängt uns Katrin Steytler und weist uns die Pferde zu. Als langjährige Reiterin bekomme ich den großen Onyx, der trotz der Hitze fleißig lostrabt.

Zunächst geht es gemütlich am Fuße der Weinberge entlang. Wir reiten an zahlreichen weißen Häusern vorbei, viele Angestellte haben sich direkt auf dem Weingut niedergelassen. Dann klettert unsere kleine Herde den Berg hinauf. Plötzlich hält Katrin an und blickt sich um. Der Ausblick ist fantastisch! Überall sind Weinberge zu sehen, dahinter ragen hohe Berge auf.

Eine gute Stunde führt Katrin uns hoch zu Ross über das Weingut. Sie ist gleichzeitig ein ausgebildeter Tourguide und erzählt uns viel über die Region Wellington. Immer wieder trabt sie an und winkt zum nächsten Galopp. Die Pferde sind an die Hitze scheinbar besser gewöhnt als ich. Nach dem Ausritt brauche ich eine kühle Dusche, während die Pferde auf den weiten Wiesen grasen dürfen.

Weitere Informationen und Buchung unter www.diemersfontein.co.za.

Doppelzimmer mit Frühstück gibt es ab 1.500 Rand (ca. 92 Euro).

Der einstündige Ausritt mit Katrin kostet 300 Rand (ca. 18 Euro) pro Person und ist wirklich ein tolles Erlebnis, auch für Anfänger. Katrin passt den Ausritt den Reitkünsten ihrer Gruppe an.

Deutschsprachige Informationen zu Südafrika sind bei South African Tourism erhältlich unter www.southafrica.net sowie der kostenfreien Service-Nummer 0800 118 9 118.

Anreise: South African Airways fliegt täglich von Frankfurt und München nonstop über Nacht nach Johannesburg – und weiter zu vielen Zielorten im Südlichen Afrika. Flüge nach Kapstadt und zurück gibt es je nach Saison bereits ab 620 Euro. Buchungen unter 069 299 803 20 oder www.flysaa.com.

Hinweis: Der Aufenthalt wurde von Diemersfontein und South Africa Tourism unterstützt. Der Bericht stellt ausschließlich unsere eigene Meinung dar.

 

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4 Comments

  • Hallo Brigitte
    Habe von David Sonnenberg (Diemersfontein) gerade den Link geschickt bekommen.
    Frage: macht es nicht Sinn auch neben dem Bericht über ein Weingut auch Bezugsquellen zu veröffentlichen? Wir führen fast das gesamte Sortiment von Diemersfontein und Thokozani Weinen.
    Grüße aus Niedernhausen
    ROB’S FINE WINES – MICHEL WEINIMPORT

    • Hallo Robert,

      vielen Dank für Deinen Hinweis! Es ist generell eine gute Idee, Bezugsquellen mit anzugeben. Wir werden das im Team mal diskutieren, wie wir das generell handhaben, ohne zu werblich zu sein.
      Übrigens: In den Kommentaren erlauben wir keine Adressen und Telefonnummern, daher habe ich diese entfernt.
      Viele Grüße
      Brigitte

  • Südafrika ist sicher nicht nur ein Land um wilde Tiere zu sehen, für Weinkenner und die die es werden wollen, bieten die Winzer in den Weinanbaugebieten viele Möglichkeiten die Weine auszuprobieren.
    Es ist eine interessante Alternative zu Europa ein schönes Land und gute Weine zu genießen.

    • Liebe Marion,
      das kann ich nur bestätigen. Die Game Drives waren zwar absolut beeindruckend und sicher eines der Highlights. Aber die wunderschöne Weinregion war auch einfach herrlich – und so sommerlich warm!
      Viele Grüße
      Brigitte

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